Freitag 19 – 20:30 Uhr (Teil 1), 20:50 – 22:10 (Teil 2)
(Wiederholung des Blocks am Samstag 11 – 13:50 Uhr)

Jury: Petra Erdmann, Thomas Korschil, Clemens Panagl und Simone Weinbacher

Preise: film:riss 06 Award, Akkreditierung/Gutscheine Crossing Europe Filmfestival Linz und Diagonale Graz, weitere Sachpreise


Still Reisen im eigenen Zimmer Reisen im eigenen Zimmer
von Bernhard Braunstein und David Gross (2006, privat, 55 min)
Konzept/Schnitt: Bernhard Braunstein, David Gross Kamera: Bernhard Braunstein Ton: David Gross Sound: Michael Palm Musik: Nik Sudnik, Michael Palm Mitwirkende: Gerhard Amanshauser, Barbara Amanshauser, Martin Amanshauser Förderungen: BKA Kunstsektion, Land und Stadt Salzburg, Stadt Wien

„Reisen im eigenen Zimmer“ ist das Portrait des Salzburger Schriftstellers Gerhard Amanshauser, der im waghalsigen Kopfstand Leben und Literatur vereint. Der 1928 geborene Dichter, der seit zwölf Jahren an Parkinson leidet, hat sein ganzes Leben in der Abgeschiedenheit einer Villa am Festungsberg verbracht. Da Amanshauser die Villa nur noch schwer verlassen kann, bleiben ihm nur noch, wie er selbst sagt: Die „Reisen im eigenen Zimmer“. Sie führen Amanshauser in Grenzräume zwischen klarem Geist und glühender Halluzination, durch die Zimmer der geheimnisvollen Villa, an die Plätze seiner nationalsozialistischen Jugend, zu den rauschenden Festen alter Freunde, in die fernen Länder der Gedankenreisen und in die Abgrundwelten seiner Albträume.
Gerhard Amanshauser ist am 2. September 2006 verstorben.
Aufführungen: Diagonale 06, Das Kino Salzburg (April/Mai 2006). Preise: Lobende Erwähnung Diagonale 06

Bernhard Braunstein (Jg. 1979) aus Salzburg. Universität Salzburg (Kommunikationswissenschaft). Filme: Villar’ zum Hl. St. Ritzius (2002), Kopfbahnhof (2003), Bilderfalle N.Y. (2004). Bernhard gestaltete den Film gemeinsam mit dem Journalisten und Dokumentarfilmer David Gross.


Still Sonnenregenkinder sonnenregenkinder
von Catherine Radam (2005, Filmakademie Wien, 33 min)
Regie/Buch: Catherine Radam Schnitt: Rosana S. Santis Kamera: Christoph Brunner Musik: Hans-Jürgen Radam, Frank Venske Ton: Andreas Bertram Mitwirkende: Hans-Jürgen Radam, Karsten Weinheimer, u.a. Produktion: Österreichische HochschülerInnenschaft, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.

„Ich war einmal ein Mädchen und lebte in der Deutschen Demokratischen Republik.“ So beginnt die Erzählung einer Zeit, die so fern ist vom Heute und doch ein Teil der Kindheit von Catherine Radam. Dies ist ein bewusst subjektiver Film zum Thema „Mauerfall“, der versucht, eine Lücke zu füllen nach all den Dokumentationen, die kurz nach dieser Zeit darüber entstanden sind, und den Bildern der Gegenwart.
Damals ahnte man noch nicht, was übrig bleiben würde von der Hoffnung und Angst, die man der Zukunft entgegenbrachte. Jetzt ist es an der Zeit, die „sonnenregenkinder“ zu Wort kommen zu lassen.
„Ich habe Fragen gestellt, an meinen Vater, an einen Freund und an dessen Vater, doch vor allem an mich. Kindersendungen aus der DDR gaben dabei ebenfalls ungefragt Antworten.“ (C. Radam)
Gedreht auf Mini-DV und 16mm.
Aufführungen: Diagonale 05

Catherine Radam (Jg. 1979) lebt in Wien. Universität für Musik und darstellende Kunst (Filmakademie Wien, Regie). Filme: Karl und die Zeichen, Erfrieren, Der goldene Apfel, Parental Guidance, Tschusch, Fremde Freunde.
www.sonnenregenkinder.de


Still Mensch Puppchen Berlin Mensch Puppchen Berlin
von Andreas Bleckmann, Anna Schuber und Alexander Naringbauer (2005, Uni Salzburg, 10 min)

Idee/Gestaltung: Andreas Bleckmann, Alexander Naringbauer, Anna Schuber Mitwirkende: Jeannette Urzendowsky

Dieser Film ist das Portrait einer waschechten Berlinerin, die ein bisschen durchgeknallt und mit dem Herz am rechten Fleck durch ein ausgefülltes Leben haspelt. Sie ist „in die DDR hineingeboren und -gewachsen“, stellt sie lapidar fest. Dieses Faktum hat unverwischbare Spuren in der sich lange unterdrückt gefühlten und nun so freiheitsliebenden und extrovertierten Berlinerin hinterlassen. Der Film „Mensch Puppchen Berlin“ zeigt das Bild einer Frau, die innerlich zerrissen scheint zwischen Anpassung und Auflehnung.
Produziert im Rahmen der LV: Video History Stadtportrait Berlin.
Aufführungen: Uni Salzburg (2005)

Andreas Bleckmann (Jg. 1978) aus Salzburg. Universität Salzburg (Kommunikationswissenschaft). “Mensch Puppchen Berlin” ist Andreas’ erstes Video.
Alexander Naringbauer (Jg. 1980) aus Badgastein. Universität Salzburg (Kommunikationswissenschaft, Geschichte). Filme: Eine Gedankenreise (2003).
Anna Schuber (Jg. 1981) aus Ried/Riedmark. Universität Salzburg (Germanistik, Geschichte). Filme: Eine Gedankenreise (2003).


Still Javja Javja [Auf geht’s; Vorwärts]
von Petra Mühlberger, Elvira Kurabasa, Elisabeth Öfner, Kathrin Paulischin und Andrea Reisinger (2006, privat, 70 min)

Produktionsleitung/Schnitt: Elisabeth Öfner Filmteam: Petra Mühlberger, Elvira Kurabasa, Elisabeth Öfner, Kathrin Paulischin, Andrea Reisinger Mitwirkende: Althansukh Chingeltei, Ariunaa Luusantseren und ihre Familie, Familie Baatar, Bhum Yalagch, Gerelsukh Otgon, Otgon Maanya, Uuganbayar Tschulumbaatar Produktion: MEDEA – Initiative für Kunst und Medien Förderungen: Komment – Gesellschaft für Entwicklungszusammenarbeit, Land OÖ Kulturdirektion, Stadt Linz Kulturamt, Bund Kunstsektion II/8

Der reflexive Dokumentarfilm „Javja“ thematisiert die rezente Lebensrealität von MongolInnen 14 Jahre nach dem Zerfall der UdSSR. Hauptthema des Films sind die Auswirkungen der Globalisierung auf das Alltagsleben der Bevölkerung, wobei städtische und ländliche Regionen differenziert betrachtet werden. Grundlegendes Moment von „Javja“ ist die spezifische Herangehensweise, in der eine reflexive Haltung zum konkreten dokumentarischen Schaffen eingenommen und der dokumentarische Authentizitätsanspruch hinterfragt wurde. Menschen vor Ort kommen erzählend, erklärend, behauptend und gestaltend zu Wort.
Aufführungen: HTU Kino, Wien (Juni 2006)

Petra Mühlberger (Jg. 1982) lebt in Wien. Universität Wien (Kultur- und Sozialanthropologie). Filme: Blickwinkel Gebärde (2005), Visions of Istanbul (2006), Zuagroast.
Elvira Kurabasa (Jg. 1980) aus Linz. Universität Wien (Kultur- und Sozialanthropologie).
Elisabeth Öfner (Jg. 1983) aus Linz. Universität Wien (Kultur- und Sozialanthropologie). Filme: Leben auf der Maiensäss (2003), Sein (2005).
Kathrin Paulischin (Jg. 1982) aus Linz. Universität Wien (Kultur- und Sozialanthropologie). Filme: Blickwinkel Gebärde (2005), Short shots of Vienna (2005), Visions of Istanbul (2006).
Andrea Reisinger (Jg. 1970) aus Linz. Kunstuniversität Linz (Bildhauerei). Filme: Laufende Kamera (2005).