Kunstfilm Wettbewerb
Donnerstag 21:15 – 21:50 Uhr
(Wiederholung des Blocks am Samstag 16:30 – 17:05 Uhr)
Jury: Josef Dabernig, Regina Höllbacher, Katja Wiederspahn und Bernd Rohrauer
Preise: film:riss 06 Award, Akkreditierung/Gutscheine Crossing Europe Filmfestival Linz und Diagonale Graz, weitere Sachpreise
panvon Johann Lurf (2005, privat, 1:20 min)
Konzept/Realisierung: Johann Lurf
Das Panorama einer dreigeteilten Welt. Der Kameraschwenk um 360 Grad beginnt auf einem Kinderspielplatz, führt vorbei an einer alltäglichen Szenerie – Fußgänger, Autos, Geschäfte – um am Ende wieder an seinen Ausgangspunkt zurückzukehren. Die Kamera ist nach ihrem Rundblick wieder beim ersten Bild angelangt, und es beginnt – so scheint es – alles wieder von vorne.
Aufführungen: u.a. Viennale 05, Diagonale 06, Int. Videofestival Bochum
Johann Lurf (Jg. 1982) aus Wien. Akademie der Bildenden Künste, Wien (Malerei, Film, Video). Filme: Ein Halb (2001), 1 2 3, was folgt liegt auf der Hand (2002), Ohne Titel (2003)
Wie wir lebenvon Nikolaus Jantsch (2006, Uni für Angewandte Kunst Wien, 8 min)
Konzept/Realisierung: Nikolaus Jantsch Musik/Ton: Stefan Löwenstein, Amir Abu-Roumie
„Wie wir leben“ ist ein Film, der die schönen Dinge des Lebens, den Genuss der Sexualität den Erschwernissen des Lebens gegenüberstellt. Sexualität gibt uns Kraft, sie ist Zeichen von Vitalität und Lebensenergie. Sie ist Ausdruck von Lebensfreude.
Der Stierkampf ist eine Metapher auf das Leben und den Tod, die Arena ist der Schauplatz für Risiko und Gefahr, Mut und Angst, Macht und Gewaltausübung – alles Aspekte und Facetten, die sich in der Existenz wieder finden. So ist das Leben voll von Barrieren, die es zu überwinden gibt. „Wie wir leben“ erzählt von den Zusammenhängen des Überlebenskampfes und der Liebe der Menschen.
Als Ausgangsmaterial für den Film dienen ein Super-8-Urlaubsfilm über eine Corrida sowie der Spielfilm „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ von Nicolas Roeg.
Aufführungen: MAK (Juni 2006)
Nikolaus Jantsch (Jg. 1978) lebt in Wien. Universität für Angewandte Kunst, Wien (Malerei, Animationsfilms und Tapisserie). Filme: The International Electron, Fever Dream, Die Ich-Haus. „Wie wir leben“ ist Nikis Diplomfilm.
Noise Never Sleepsvon Bernd Oppl (2004/05, privat, 1:40 min)
Konzept/Realisierung: Bernd Oppl
ASCII steht für AMERICAN STANDARD CODE FOR INFORMATION INTERCHANGE. Dieser Standardzeichensatz kommt in diesem Video als atomarer Bausatz für ein Spiel der Konstruktionen und Verwandlungen zum Einsatz. Dabei werden visuelle und klangliche Muster so verwoben, dass einmal visuelle Gestalten vor dem Klangteppich stehen und dann wieder Klangmuster vor den visuellen Hintergrund treten. Es entsteht ein audiovisueller Tanz, der in Klischees verführt und irritiert und überrascht und sich in einem flirrenden Staccato auflöst.
Aufführungen: Crossing Europe Filmfestival Linz (2005).
Bernd Oppl (Jg. 1980) aus Silz. Kunstuniversität Linz (Malerei & Grafik). Filme: Für Ihre Sicherheit (2001), Über das Verschwinden (2002)
Wilder Westenvon diekönigin (2006, privat, 5 min)
Konzept/Kamera/Schnitt: diekönigin Sprecherin: Doris Schüchner Text: Florian Klenk (Falter 35-05) Musik: Susanne Wiesmayr
Das schmutzige Geschäft mit dem Mädchenhandel aus dem Osten blüht. Und Österreich spielt eine längst nicht mehr geheime, tragende Rolle darin, als Drehscheibe für so genannte „white slavery“. Von Zeit zu Zeit vermitteln Schlagzeilen grausame Einblicke in die Praktiken der Szene, um dann genauso schnell wieder aus den Medien und den Köpfen zu verschwinden.
Anstoß zum Video „Wilder Westen“ lieferte der FALTER35/05, indem Abhörprotokolle der Wiener Polizei veröffentlicht wurden. Diese Telefongespräche zwischen Mädchenhändler und deren LieferantInnen, bzw. Kunden – gut situiert und gesellschaftlich anerkannt – verweisen auf die menschenverachtenden Praktiken in dieser „Branche“.
Mit reduziertem Bildmaterial und monoton gelesenen Textfragmenten versuchen diekönigin, eine Annäherung an ein Thema, das im Detail nicht fassbar und real nicht vorstellbar ist.
Aufführungen, Festivals: Crossing Europe Filmfestival Linz, TEKfestival (Rom), Media Art Festival (Harlington/NL), Int. Frauenfilmfestival (Köln); Ausstellungsbeteilungen: Best Off 06 (Linz), Sexarbeit, NGBK Berlin (alle 2006).
diekönigin sind: Marion Geyer-Grois (Jg. 1976) und Claudia Dworschak (Jg. 1963) aus Linz. Beide Kunstuniversität Linz (Visuelle Mediengestaltung). Filme: Wahlkampf (2004), wenn ich dich jetzt in meine arme nehme … (2004), TATSÄCHLICH SCHEINBAR (2005), aus.geh.wandert (2005), BOHEMIEN (2006), Weg durch Zeit (2006)
reconstructionvon Michael Wirthig (2006, Kunstuni Linz, 3:30 min)
Konzept/Realisierung: Michael Wirthig
Der Film ist eine Rekonstruktion bewegter Bilder. Es sind nicht wie üblich Einzelbilder durch eine Filmkamera aufgenommen, sondern in der Dunkelkammer verschiedene Gegenstände auf einen 8mm-Film belichtet. Diese jeweiligen 80 cm langen Streifen wurden zu einer Collage montiert und mit einer komplexen Kamerafahrt versehen.
Michael Wirthig (Jg. 1978) aus Linz. Kunstuniversität Linz (Audiovisuelle Gestaltung). Filme: Mensch ist Mensch (2004), die Mitte (2005).
www.halbzeit.cc
Arbeit 2.0von Clemens Kogler (2006, Kunstuni Linz, 3:30 min)
Konzept/Realisierung: Clemens Kogler
Der Film verarbeitet einzelne Sätze aus dem Hörspiel Heidi Hoh 3 von Rene Pollesch zu einem Art überdrehten Werbeclip, der sich wiederum mit den speziellen Arbeitsbedingungen in genau diesem Feld beschäftigt.
Formal wird die Sprache aktueller Werbespots, z.B. von MK12 oder Motion Theory, aufgegriffen. Typographie, Icons, Logos, Downloadbalken werden verwendet, um Themen wie Prekarariat, Praktikumsausbeutung, unsichere Arbeitsverhältnisse oder Computerarbeitsplätze die gleiche populäre Ästhetik zu geben, wie es sonst nur bei Limonade, Turnschuhen, Tampons etc. der Fall ist.
Aufführungen: Crossing Europe Filmfestival Linz (2006), Kaiserstraße Filmfestival Wien (2006).
Clemens Kogler (Jg. 1980) aus Leonstein. Kunstuniversität Linz (Malerei & Graphik).
koerper.essen.liebe.aufvon David Krems (2005/06, privat, 3 min)
Konzept/Realisierung: David Krems
Ein Fragment aus Fassbinders „Angst essen Seele auf“ ist Grundlage dieser Arbeit. Zwei Körper liegen eng umschlungen, erheben sich und trennen sich schließlich voneinander. Im Gegenlicht zeichnen sich die Silhouetten der Figuren ab. Schablonenhaft bewegen sie sich durch diese hoch verdichtete Liebesszene, die auf einer einzigen Einstellung basiert. Bild und Tonebene wurden in mehreren Durchgängen verfremdet, immer wieder brechen Bildstörungen die scheinbare Geschlossenheit. Schließlich geht das Licht an, die Illusion bricht, die Figuren haben sich ins Ungewisse gelöst.
David Krems (Jg. 1977) aus Wien. Universität Wien (Theater-, Film- und Medienwissenschaft). Filme: Spring (2002), L’Ami de L’Ami (2003), Wasted (2004), Doors (2006)
www.louma.at
Türtvon Martin Pühringer und Georg Scherlin (2006, privat, 1 min)
Konzept/Realisierung: Martin Pühringer, Georg Scherlin Sound/Ton: Martin
Pühringer
Türt ist ein Spontanprojekt, welches innerhalb von vier Tagen konzipiert und realisiert wurde. Das Konzept sowie Budget beschränkten sich auf einfachste Materialien.
Ausgangspunkt ist ein mit Tisch, Stuhl und Zeitung möblierter, weißer und neutraler Raum. Ein ebenso weißer, leerer Körper tritt mit ihm in Kontakt; es beginnt ein Wechselspiel zwischen Innen und Außen. Die Person leitet durch ihre Anwesenheit ihr eigenes Ende ein, indem sie den Dingen durch Namen ein erdrückendes Gewicht verleiht. Ihre Interaktion löst ein Programm aus, welches sich selbst schließlich nicht mehr ertragen kann und damit unerträglich wird.
Aufführungen: Werkschau FH Salzburg (Juni 2005).
Martin Pühringer aus Wels und Georg Scherlin (Jg. 1985) aus Grassau leben in Salzburg. Beide Fachhochschule Salzburg (MultiMediaArt).
www.kontxt.net
hello!von Marlene Haderer (2005, privat, 2 min)
Idee/Regie/Ton/Schnitt: Marlene Haderer Kamera: Marlene Haderer, Kathrin Haderer, Karolina Szmit Musik: Birdy (Lorenz Felhofer): “after the battle” DarstellerInnen: Marlene Haderer, Martin Music
Dieses Video, entstanden einerseits aus altem Videomaterial aus der Jugendzeit der Filmemacherin und andererseits aus neu gefilmten Szenen (mit ihr selbst als Hauptdarstellerin), ist ein Bekenntnis zur Sehnsucht nach einer naiven Freude an den Geschlechtsorganen und dem Leben im allgemeinen, und enthält die Forderung nach einer gleichberechtigten Lust am Sexualobjekt-Sein. „Hello!“ ist ein Versuch, den Wunsch zu formulieren, sich (sexuell) alles zu nehmen und umgekehrt alles zu geben.
Aufführungen: Crossing Europe Filmfestival Linz (2006), Okto TV
Marlene Haderer (Jg. 1978) aus Linz. Kunstuniversität Linz (Experimentelle Visuelle Gestaltung). „Hello!“ ist Marlenes erstes Video.
escalatorvon Björn Kämmerer (2006, privat, 3 min)
Regie: Björn Kämmerer Sound: Florian Kindlinger Animation: Björn Kämmerer, Jochen Zeirzer
In seiner Bearbeitung einiger weniger Einstellungen schwarz-weißen 35mm-Fundmaterials schickt Kämmerer einen Jungen unaufhörlich eine häusliche Treppe hinauf und hinab. Gewandet in Krawatte und Arbeitsmantel erscheint dieser als frühreifer Ingenieur einer Maschine, die zur Eskalation drängt und den sich vervielfältigenden Zauberlehrling nicht mehr aus ihren Escherschen Raum-Schleifen freigeben will.
Aufführungen (Festivals und Ausstellungen): Crossing Europe Filmfestival Linz, 30. Filmfest Weiterstadt, Abstracta cinema Roma, Kunstverein Braunschweig, Halbbilder Festival, Vienna Independent Shorts, Odense Filmfestival (Dänemark), Avanto Festival Helsinki (alle 2006)
Björn Kämmerer (Jg. 1977) aus Berlin, lebt in Wien. Kunstuniversität Linz (Experimentelle Gestaltung) und Akademie der bildenden Künste, Wien (Medienklasse) . Filme: Sicherheitsalarm (2003), aim (2004)








